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Viagra bekommt Konkurrenz
Mit Viagra landete der amerikanische Pharma-Hersteller Pfizer einen Kassenschlager. Jetzt bekommt er Konkurrenz: Uprima heißt die neue Wunderpille, die im Sommer auf den Markt kommen soll.

Die millionenfach verkaufte Potenzpille Viagra ist bald nicht mehr allein auf dem Markt. Ein einflussreiches Komitee der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA hat sich dafür ausgesprochen, die Potenzpille Uprima zuzulassen. Da die FDA normalerweise der Empfehlung des Komitees folgt, wird mit einer positiven Entscheidung bereits im Juli gerechnet.

Die neue Arznei, Uprima, versucht einen Teil des riesigen Marktes für Anti-Impotenzmittel zu erobern. Allein in den USA leiden 30 Millionen Männer an Potenzproblemen. Uprima wird von der Firma TAP Pharmaceuticals in Deerfield (Illinois) hergestellt. Die Pille hat eine andere Funktionsweise als Pfizers Viagra. Sie wirkt, indem sie im Gehirn die Produktion des Botenstoffs Dopamin anregt, der die Erektion fördert. Viagra unterstützt dagegen direkt den Blutfluss in den Penis.

Ähnlich wie Viagra hat Uprima eine Reihe von Nebenwirkungen. So wurden einige Testpersonen ohnmächtig, bei anderen kam es zu Übelkeit und Erbrechen. In Kombination mit Alkoholkonsum kann es auch zu einem starken Blutdruckabfall kommen.

"Das Ergebnis unserer Forschungsarbeit gibt uns dennoch neuen Auftrieb," sagt Thomas Watkins, Präsident von TAP. "Wir glauben, dass Uprima eine vielversprechende neue Option sein kann."

Wissenschaftler sprechen Uprima allerdings nicht das Potenzial von Viagra zu. Uprima könnte vor allem in Fällen zum Einsatz kommen, bei denen Viagra nicht wirkt oder Probleme verursacht. Vorteil bei Uprima ist der schnelle Effekt nach 15 Minuten (Viagra: eine Stunde), Nachteil sind die bekannten Nebenwirkungen. Fachleute gehen von einem Umsatzpotenzial von 100-300 Millionen US-Dollar pro Jahr aus (zum Vergleich Viagra: eine Milliarde US-Dollar).

In den USA kann man Viagra längst auch online bestellen. Aber das Wundermittel kann nicht nur Männer zu mehr Selbstbewusstsein verhelfen. Wie Forscher kürzlich herausfanden, kann die Pille unterstützend bei der künstlichen Befruchtung eingesetzt werden. Ungläubige oder Menschen, die in der glücklichen Lage sind, auf das erfolgreiche Potenzmittel verzichten zu können, finden im Internet eine "fast vollständige Liste" an Witzen über Viagra und deren Anhänger.

by Spiegel Online - 12.04.2000

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Source: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,72622,00.html